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Montag, 18. Mai 2015

Hugo Mätzener blickt auf einen beeindruckenden Berufsweg zurück – und voraus auf den Abschluss der HFBF. Als Mitglied der Bankleitung und Leiter der Individualkundenberatung bei der Raiffeisen Ringgenberg Genossenschaft spricht der junggebliebene 52-Jährige über Unterschiede zwischen den Generationen, den Wandel der Bankbranche und welche Vorteile mannigfaltige Erfahrung beim Lernen bringt. Ein Besuch hoch über dem Brienzersee.

AKAD Scorecard 01/2015

Wie die Tochter, so der Vater
Bei Hugo Mätzener letztlich den entscheidenden Ausschlag gegeben für die Weiterbildung bei der Höheren Fachschule Bank und Finanz (HFBF) hat der Abschluss der Tochter zur Fachfrau für Finanz- und Rechnungswesen bei der AKAD Business. Am Anfang habe die Schule und insbesondere das System der AKAD für ihn eine markante Umstellung bedeutet, was nicht immer leicht gefallen sei. HFBF heisse vor allem, intensive Vorbereitung auf den Präsenzunterricht. An den für ihn neuen Lernrhythmus habe er sich erst gewöhnen müssen, rund 4 bis 5 Monate habe er dazu gebraucht. Algebra beispielsweise sei für ihn neu gewesen. Doch die Systematik der Unterlagen und der durchdachte Ablauf der Schule erleichtere vieles. Für den Eintritt in die HFBF verfügt Hugo Mätzener über eine ausgezeichnete Wissensbasis. Er kann eine gute Grundausbildung vorweisen, im Laufe der Jahre erschliesst er sich bei beruflichen Tätigkeiten laufend neue Wissensgebiete.

Von der «One-Man Show» über die Informatik wieder zur Bank
Die Bankkarriere beginnt Hugo Mätzener mit einer Lehre bei der damaligen SBG. Dann schliesst er noch zwei Ausbildungsjahre beim KV an. 1984 beginnt er nach der Rekrutenschule bei der Raiffeisenbank in Matten. «Es war eine One-Man Show», sagt Hugo Mätzener rückblickend. Dann kommt im Jahr 1985 der erste Sohn zur Welt. Nun heisst es Familie ernähren. Eine Reduktion des Arbeitspensums zu Gunsten einer berufsbegleitenden Weiterbildung liegt nun nicht mehr drin. Dann erkennt er die Zeichen der Zeit. Die Zukunft liegt in der Digitalisierung, die damals alle Branchen erfasst. Ab dem Jahr 1988 installiert er für den amerikanischen Elektronikkonzern NCR Bankensoftware, zuerst vor allem für die Raiffeisenbank. Er ist viel unterwegs, wird nach fünf Jahren wieder sesshaft und heuert wiederum bei einer Raiffeisenbank an. Es folgen Wechsel zu verschiedenen Raiffeisenbanken. 1987 kommt die Tochter zur Welt, drei Jahre darauf folgt der zweite Sohn.

Was ich will, dass man mir tut
Dass Hugo Mätzener der direkte Kontakt mit der Kundschaft leicht fällt, glaubt man ihm in seiner gewinnenden Art sofort. Dabei folgt er als Leiter der Individualkundenberatung persönlich einem wirkungsvollen Credo: «Ich will die Kundschaft auf eine Art beraten, wie wenn ich das Geschäft für mich abschliessen würde.» Überhaupt spiele in der Beratung Erfahrung eine grosse Rolle wie etwa bei einer Immobilienfinanzierung. «Ich habe selber zweimal gebaut und weiss, worum es in verschiedener Hinsicht im Detail geht», sagt Hugo Mätzener. Das Alter könne auch ein Vorteil sein – zum Beispiel beim Thema Vorsorge.

Und wie nimmt Mätzener die Unterschiede zu den Mitstudierenden wahr? Es gebe Unterschiede meint der 52-Jährige. Aufgrund der Erfahrung lasse sich die in der Schule vermittelte Theorie anders einordnen. Jüngere Mitstudierende würden manches tendenziell ohne Vorbehalt akzeptieren. Mit seiner Klasse, der HFBF BE112, habe er aber eine super Klasse erwischt. Die Jungen hätten ihn als «älteres Semester» sehr gut akzeptiert und er fühle sich gut integriert.

Den eigenen Rhythmus finden mit Vorbereitung und Präsenz
Selbstdisziplin nennt Mätzener als Quintessenz für den Erfolg beim Studium. Der Samstagnachmittag ist jeweils reserviert für die Vorbereitung des Präsenzunterrichts am Mittwoch, am Donnerstagnachmittag arbeitet er den Stoff für die Lektionen am Freitag durch. Sich nach einem anstrengenden Tag aufzuraffen für Vorbereitungen, sei für ihn definitiv nicht der richtige Weg. Für die HFBF reist er zweimal pro Woche am Abend von Ringgenberg zum Präsenzunterricht nach Bern. Die Familie und vor allem seine Frau stehen hinter ihm. «Das ist sehr wichtig », stellt er mit einer gewissen Dankbarkeit fest. Support für seine Weiterbildungseffort erhält Hugo Mätzener auch vom Arbeitgeber. Das Pensum hat er auf 90 Prozent reduziert.

Und ein paar Tipps vom Routinier
Für ein erfolgreiches Studium nennt Hugo Mätzener ein paar Tipps. Minuziöse Planung und eine eigene Agenda für das Studium führen. Und: Den Stoff im Voraus für die Präsenzlektionen aufbereiten. «Wenn man nicht genügend vorbereitet ist, kann man den Ausführungen der Dozierenden manchmal nicht richtig folgen, der Lernaufwand wird grösser und dann kommt die Quittung bei den Tests», mahnt er.

Und fällt das Lernen in diesem Alter manchmal schwerer als der Jugend? «Eigentlich nicht, denn wie so vieles ist es im wahrsten Sinne des Wortes eine Frage der Übung.» Er halte es für ein Klischee, dass man im Alter geistig weniger aufnahmefähig sei als in jungen Jahren. Gemäss Mnemotechnik sei es beispielsweise beim Aneignen von Wissen sehr hilfreich, neues Wissen mit bereits bestehenden Kenntnissen zu verbinden. «In diesem Sinne habe ich mit meinen Erfahrungen sogar gewisse Vorteile beim Lernen», konstatiert Hugo Mäzener.

Lockere Jugend
Und wie beurteilt er die Mitstudierenden, wenn er sich in deren Alter versetzt? «Grundsätzlich stehen die Jungen heute mehr unter Druck als wir damals», sagt Hugo Mätzener. «In meiner Jugend war noch von Bankbeamten die Rede.» Allenfalls setzten sich manche selber unter Druck, zumal der Ehrgeiz bestehe, mit knapp dreissig Jahren auf der Karriereleiter schon weit oben zu stehen. Bei den jungen Mitstudierenden stelle er einen legeren Umgang mit der Schule fest. Es gebe zwei Gruppen von Studierenden. Den einen gehe es ums Diplom, die andere Gruppe dagegen – Hugo Mätzener zählt sich dazu – wolle vom Unterricht möglichst viel profitieren. Für ihn sei die HFBF eine Art «Inspirationsquelle» für den Umgang mit Kunden, er erhalte immer wieder neue Ideen für die Beratung. Wertvoll seien die Inputs im Fach Finanzplanung. Gewisse «Gaps» in den Bereichen Portfolio-Management habe er mit dem Besuch der HFBF schliessen können. Neue Einsichten gewonnen habe er auch in den Fächern Wirtschaftskunde und Führungslehre. Das Knigge-Seminar hat er in guter Erinnerung. «Das war echt cool und manchmal sogar etwas amüsant.»

Option für neue Aufgaben nach Fusion
Zwei Aspekte spielten für Hugo Mätzener eine Rolle für den Entscheid zu Gunsten einer Weiterbildung bei der HFBF. Zum einen wollte er die in jungen Jahren sistierte bankspezifische Weiterbildung endlich nachholen. Zum anderen sieht er die Bankbranche in einem Strukturwandel. Konkret steht die Raiffeisen Ringgenberg Genossenschaft mit gut zwanzig Mitarbeitenden vor einer Fusion mit der Raiffeisen Jungfrau. Die Weiterbildung sehe er auch in diesem Kontext. Letztlich wolle er ein Diplom vorweisen können.

Zur Raiffeisen Ringgenberg gehören noch Ableger in Habkern, Niederried, Beatenberg und Iseltwald. Durch den Zusammenschluss ergäben sich Synergien verschiedenster Art, insbesondere bei der Compliance. Hugo Mätzener, der Mitglied der Bankleitung und Leiter der Individualkundenberatung ist, sind momentan fünf Mitarbeitende unterstellt. Das Organigramm der neu entstehenden Bank ist noch nicht fest definiert.

Erst neue Rolle in der Familie dann HFBF-Abschluss
Mit ausgedehnten Spaziergängen sorgt Hugo Mätzener für körperlichen Ausgleich. «Diesbezüglich bin ich allerdings weniger diszipliniert als mit der Schule», gesteht er. Den Umgang mit Geld lernte Hugo Mätzener mit seinem ersten Ferienjob bei der ehemaligen Kammgarnspinnerei Interlaken. Er durfte er die ungeordneten Geldhaufen, die bei Verpflegungsautomaten jeweils anfielen, zu Münzrollen verarbeiten.

Er selber würde alles wieder gleich machen. «Wir hatten früh Kinder und konnten diese beim Heranwachsen geniessen», hält er Rückschau. Mit einer gewissen Genugtuung denkt Hugo Mätzener an den Abschluss der HFBF in rund einem Semester. Doch noch mehr freut er sich auf seine neue Rolle in der Familie: Er wird demnächst Grossvater.



AKAD Hugo MätzenerZur Person
Hugo Mätzener sieht die HFBF als Inspirationsquelle.







Lesen Sie hier die ganze Scorecard 01/2015.



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