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Weniger Banken, aber zuversichtliche Bankangestellte

Die Zahl der Banken sinkt in der Schweiz zwar schon seit Jahren, die Anzahl der Bankangestellten geht aber wesentlich weniger stark zurück. Der Konsolidierungstrend der Branche wird wohl noch weitergehen. Bankmitarbeitende erkennen in den anstehenden Umwälzungen aber auch Chancen.

Wenig Banken, zuversichtliche Banker

In der Schweiz gibt es immer weniger Banken. Im Jahr 1990 zählte man noch 625 Banken und Finanzgesellschaften im Lande, heute sind es noch 275. Vor allem die Regionalbanken und Sparkassen schwanden dahin. Ihre Zahl ging in 24 Jahren von 204 auf 63 zurück. Laut Daten des Bundesamtes für Statistik sank die Zahl der Privatbanken von 22 auf sieben.  

Bankpersonal schrumpft weniger stark als Bankenzahl

Allerdings ist der Personalbestand der Branche deutlich weniger stark zurückgegangen. Wurden 1990 noch 119‘717 Personen von Schweizer Banken im Inland beschäftigt, zählte man 2014 immer noch 104‘053 Bankangestellte in der Schweiz. Bei den zwei Grossbanken hingegen kam es tatsächlich zu einer deutlichen Reduktion der in der Schweiz beschäftigten Belegschaft. Diese schrumpfte von 56‘400 Personen (1990) auf 36‘100 im Jahre 2014. Im gleichen Zeitraum wuchs die Zahl der von Grossbanken im Ausland beschäftigten Personen von 6‘100 auf17‘300 an.

Branchenkonsolidierung dürfte weitergehen

In vielen Schweizer Banken wird mit einer weitergehenden Konsolidierung der Branche gerechnet. Das zeigt das aktuelle Bankenbarometer 2016 der Beratungsgesellschaft Ernst&Young, für die Bankenführungskräfte befragt werden. Laut dieser Umfrage rechnen 86 (Vorjahr: 79) Prozent der Befragten damit, dass es in der Schweiz bis 2020 nochmals deutlich weniger Bankinstitute geben wird. Viele Banken dürften zu wenig Kraft für die notwendige eigene Weiterentwicklung angesichts des Strukturwandels der Branche haben. Auch bei den Filialnetzen erwarten 85 (76) Prozent eine signifikante Reduktion. Seit 2010 seien über 60 Banken vom Schweizer Markt verschwunden und über 200 Filialen geschlossen worden.

Trotzdem steigt derzeit der Personalbedarf, weil vielerorts strukturelle Transformationsprozesse anstehen. 33 (24) Prozent der befragten Institute wollen in den nächsten zwölf Monaten neue Stellen schaffen, der höchste Wert seit fünf Jahren. Allerdings dürfte dieser Trend nicht langfristig sein, ist Olaf Toepfer, Partner und Leiter Banking & Capital Markets bei EY Schweiz überzeugt. Sourcing und Effizienzprogramme dürften zur Auslagerung von Jobs und Automatisierung von Aufgaben führen.

Mitarbeitende erkennen in der Digitalisierung persönliche Chancen

Doch viele Bankangestellte sehen gerade in der Digitalisierung neue persönliche Chancen. Das hat der Zürcher Bankenverband in einer Umfrage zusammen mit dem Finanzportal finews.ch herausgefunden. Sie bewerten den technologischen Fortschritt als Chance. Drei Viertel haben derzeit keine Angst um ihren Job. „In Bezug auf zukünftige Geschäftsfelder sehen die Bankangestellten das grösste Wachstumspotenzial mit Abstand im Kerngeschäft Private Banking (23,5%), aber auch im Fintech-Bereich (23,4%)“ schreibt das Onlinemagazin Cash dazu.

An der Höheren Fachschule für Bank und Finanz HFBF werden in verschiedenen Fächern aktuelle Themen aus den unterschiedlichsten Sichtweisen beleuchtet, damit die Studierenden fundiert und aktiv zur objektiven Meinungsbildung beitragen können.

Autor:
Alexander Saheb, Fachjournalist
Publiziert am 10.08.2016 im Auftrag von der Höheren Fachschule für Bank und Finanz HFBF

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