AKAD Business Claim

Nachfrageorientierte Finanzierung bei Vorbereitungskursen

Die Höhere Berufsbildung umfasst nahezu 450 anerkannte Berufs- bzw. höhere Fachprüfungen.

Nachfrageorientierte Finanzierung bei Vorbereitungskursen

Wer eine Spezialisierung im Berufsfeld anstrebt, wählt die Berufsprüfung. Höhere Fachprüfungen bauen meist auf der Berufsprüfung und zusätzlicher Berufspraxis auf. Die Berufsprüfung (BP) wird mit einem eidgenössischen Fachausweis, die höhere Fachprüfung (HFP) mit einem Diplom abgeschlossen.

In der Regel bereiten sich Studierende mit sogenannten Vorbereitungskursen auf diese eidgenössischen Prüfungen vor. Die Finanzierung dieser Kurse erfolgt nur teilweise durch die öffentliche Hand. Ein grosser Anteil der Studiengebühren wird durch die Studierenden oder teils auch durch die Arbeitgeber getragen.

Erfolgreich eine eidgenössische Prüfung zu bestehen bedeutet aber auch eine grosse zeitliche Belastung sowie ein hohes Mass an Disziplin, um Weiterbildung, Beruf und teils auch Familie unter einen Hut zu bringen. Dieser Spagat ist nur von den Studierenden selbst zu leisten. Wenn dann auch noch die im Vergleich zu den Hochschulen  schwach subventionierten Vorbereitungskurse auf eidg. Prüfungen einen grossen finanziellen Einschnitt bedeuten, bleibt die Motivation für die Weiterbildung beim ein oder anderen auf der Strecke. Dies zu Ungunsten der höheren Berufsbildung, des Arbeitsmarktes und der Entwicklung der Einzelnen.

Im Rahmen eines Massnahmenpakets zur Stärkung der höheren Berufsbildung hat das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) ein Modell für die subjektorientierte Finanzierung der Vorbereitungskurse ausgearbeitet. Dabei erhält der/die Studierende beim positiven Zulassungsentscheid der Prüfungskommission zur eidgenössischen Prüfung einen Finanzbeitrag. Unterstützt werden Teilnehmende, die einen entsprechenden Vorbereitungskurs besucht haben. Sie weisen dazu die bezahlten Kursgebühren nach und bescheinigen den positiven Zulassungsentscheid der Prüfungskommission zur eidg. Prüfung. Die Höhe des subventionierten Betrags wird circa 50 % der anrechenbaren Kurskosten betragen. Mit dieser geldwerten Entlastung sollen nicht nur die Unterschiede zur Ausbildungsförderung der Bildungsstufe Tertiär A (Hochschulstufe) verringert werden. Die Beiträge kämen mit diesem Modell allen Teilnehmenden zugute, erlauben Freizügigkeit (nicht an Wohnsitzkanton gebunden) und verhindern eine Reglementierung der vorbereitenden Kurse. Die Vernehmlassung der Vorlage dauert bis 21. April 2015.

Das SBFI vollzieht damit einen Paradigmawechsel, der wettbewerbs- und ordnungspolitisch dem/der Studierenden die grösstmögliche Wahlfreiheit einräumt und die finanziellen Hürden verringert.

Wird die Vorlage angenommen, wird der Vollzug sicherlich noch die eine oder andere Herausforderung in sich bergen. Die Chance, die höhere Berufsbildung damit entscheidend zu fördern, ist ein gelungenes Element aus dem Massnahmenpaket. Wir freuen uns darauf, wenn weitere folgen.

Autorin:  Claudia Zürcher, Direktorin AKAD Business AG
  Dieser Text ist auch auf HRundLeadership.ch erschienen.