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Was bedeutet Komplexität für Führungskräfte?

In der Businesswelt kommen wir ohne den Begriff «komplex» nicht mehr aus. Prozesse sind komplex, Strukturen und Organisationen sind komplex, Entscheidungsfindungen und Sitzungen sind es, und eigentlich ist es auch bald jede Aufgabe. Was aber sind komplexe Aufgaben wirklich, und wie können Vorgesetzte mit Komplexität umgehen?

Komplexitaet und Fuehrungskraefte

Führungskräfte müssen sich laufend fragen, wie sie entscheiden sollen. Ein Zeichen für gute Führung ist, wenn überhaupt Entscheide gefällt werden. Zur Vorbereitung guter Entscheide gilt es, zwischen «kompliziert» und «komplex» zu unterscheiden.

Komplizierte Sachverhalte

Kompliziert ist ein Sachverhalt, dessen Verständnis anspruchsvoll und aufwendig ist und je nachdem die Unterstützung von Spezialisten erfordert. Doch seine Rahmenbedingungen sind stabil. Der oder die Vorgesetzte tut gut daran, sich umfassend zu informieren, unterschiedliche Betrachtungen zu erkennen und die für die Entscheidung relevanten Faktoren zu benennen. Die Entscheidung selbst kann jedoch, insbesondere unter Zeitdruck, von der Führungsperson auch alleine gefällt werden. Das Wort «kann» ist hier wichtig, denn können heisst nicht müssen. Insbesondere in Führungsgremien wie Geschäftsleitungen oder Verwaltungsräten macht es durchaus Sinn, über Entscheide abzustimmen.

Komplexe Sachverhalte

Ein komplexer Sachverhalt hingegen ist in sich selbst kompliziert (siehe oben), und sein Umfeld ist zudem labil, variabel und von verschiedenen Akteuren beeinflusst. Die Rahmenbedingungen verändern sich laufend, eine kleine Veränderung im System hat Auswirkungen auf alle anderen Einflussgrössen, Akteure und Prozesse. Entscheide zu komplexen Sachverhalten sollten Vorgesetzte nie alleine fällen, auch wenn Zeitdruck besteht. Denn das Nichtbeachten eines Details kann eine vermeintlich gute Entscheidung in ein Desaster verwandeln. Komplexe Entscheide fällt man immer im Team.

Da wir heute mit grossen technologischen Veränderungen, dynamischen Märkten, politischen Konstellationen und wechselnden gesellschaftlichen Trends konfrontiert sind, ist die Komplexität des Wirtschaftens markant gestiegen. Es dürfte somit klar sein, dass Entscheide unter Berücksichtigung aller Akteure im Konsens erarbeitet werden müssen. Das braucht Zeit – und Vorgesetzte, die ihre Mitarbeitenden zum Mitentscheiden inspirieren.

An der Schule für Personal und Führung werden in verschiedenen Fächern aktuelle und kontroverse Themen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchtet, damit die Studierenden fundiert und aktiv zur Meinungsbildung beitragen können.

 

Autor:
Bruno Sauter, Amtschef/Generaldirektor Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA), Kanton Zürich
Publiziert am 29.11.2016 im Auftrag von der Schule für Personal und Führung

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