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Personalcontrolling als Führungsinstrument

Linienvorgesetzte sind vertraut mit diversen Führungskennzahlen und Controllinginstrumenten. Ziel des Controllings ist ein effizienter Ressourceneinsatz von Personal, Material und externen Dienstleistern. Personalcontrolling baut auf die wichtigste Erfolgskomponente eines Unternehmens – die eigenen Mitarbeiter.

Personalcontrolling

Kompetenzen erkennen und nutzen

Die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens und die Qualität der Leistungserbringung hängen überdurchschnittlich von den Kompetenzen der Mitarbeitenden ab. Nebst dem Bildungsniveau, welches in der Regel den Firmen bekannt ist, verschwindet die Erfahrung vieler Mitarbeitender nach erfolgter Anstellung im Personaldossier und wird weder gepflegt noch für eigene Innovationen verwendet. So könnten etwa die Erfahrungen eines Mitarbeitenden, die er in seiner Freizeit und mit seinem Hobby gewinnt, plötzlich den Ausgangspunkt bilden für ein neues, einem Hobby verwandtes Geschäftsfeld der Abteilung oder des Betriebes. Oder das erworbene Wissen kann im Konkurrenzunternehmen für die Erschliessung neuer Märkte verwendet werden. Kompetenzen, im Sinne von Wissen multipliziert mit Erfahrung, wollen erkannt werden, und kluge Vorgesetzte nutzen diese elegant für den eigenen Unternehmenserfolg.

Diversität leben

Die Erkenntnis, dass gemischte Teams erfolgreicher sind, dürfte heute Allgemeingut sein. Wie aber sieht es in Ihrem Unternehmen aus mit der Durchmischung der Altersgruppen in den einzelnen Abteilungen? Oder wie hoch ist der Frauenanteil in Führungsfunktionen? Auch die interkulturellen Kompetenzen können für ein international tätiges Unternehmen von Bedeutung sein. Kennen Sie also beispielsweise die Fremdsprachenkenntnisse ihrer Mitarbeiter? Erst mit der Erhebung, Pflege und Bewertung relevanter Daten lassen sich Prozesse für die Rekrutierung, die Nominierung für Kaderpositionen oder auch die gezielte Weiterbildung formulieren. Die Qualität der Entscheide wird gesteigert durch die systematische Analyse, und Anträge im Personalbereich entstehen nicht bloss aufgrund einer aktuellen Momentaufnahme.

Kontinuität und Wissensmanagement zur Wertsteigerung des Unternehmens

Nachfolgeplanungen sind Chefsache. Dennoch werden sie meist erst kurz vor der Pensionierung einer Stelleninhaberin an die Hand genommen. Und wenn der potenzielle Nachfolger dann bestimmt ist, realisiert man, dass nun auch die Stelle derjenigen Person, welche die Nachfolge übernimmt, neu zu besetzen wäre. Der Vorgesetzte dieses Mitarbeiters hat jedoch gar keine Kenntnis der positiven Karrierechancen seines Wissensträgers und wird die Nominierung mit Argwohn begleiten. Wissensmanagement im Unternehmen basiert auf den Kompetenzen der Mitarbeitenden. Diese müssen dem Unternehmen bekannt, möglichst redundant verfügbar und vermittelbar sein. Mit Personalcontrolling werden deshalb nicht bloss die Prozesse eines Unternehmens beeinflusst, sondern es wird gezielt in die Steuerung eingegriffen. Die Entscheide in der Führungshierarchie werden transparenter und nachhaltiger, weil der Controllingprozess direkt beim wichtigsten Erfolgsfaktor des Unternehmens ansetzt – bei den Mitarbeitenden.

An der Schule für Personal und Führung werden in verschiedenen Fächern aktuelle und kontroverse Themen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchtet, damit die Studierenden fundiert und aktiv zur Meinungsbildung beitragen können.

 

Autor:
Bruno Sauter, Amtschef/Generaldirektor Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA), Kanton Zürich
Publiziert am 9.08.2017 im Auftrag von der Schule für Personal und Führung

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