AKAD Business Claim

Kundenorientierung der Assekuranz im KMU Segment

KMUs sehen sich mit immer mehr Vorgaben regulatorischer Natur konfrontiert. Das verursacht hohen Verwaltungsaufwand, kostet viel Geld und bringt in aller Regel wenig Nutzen. Welchen Ansatz verfolgt die Versicherungsindustrie, um administrativen Aufwand möglichst gering zu halten und Mehrwerte für ihre Kunden möglichst maximal auszugestalten?

Kundenorientierung durch Produkte-Innovation…

Der technologische Fortschritt eröffnet manchem Unternehmen neue Chancen, birgt aber auch Gefahren. Versicherer analysieren Gefahrenlagen, erkennen mögliche Risiken und entwickeln adäquate Risikolösungen dazu. Ohne Versicherungen würden unternehmerische Eigeninitiative und wirtschaftlicher Fortschritt gebremst oder wären gar unmöglich. Ein Beispiel für ein innovatives Versicherungsprodukt, das auf neue Risiken zugeschnitten ist, ist die Cyberversicherung, welche Unternehmen die Möglichkeit bietet, sich gegen Schäden aus Internetkriminalität finanziell umfassend zu schützen.   

… aber auch durch Produktevereinfachungen

Kleinbetriebe oder neu gegründete Unternehmen haben ein ganz anderes Risikoprofil als ein Grossbetrieb mit Auslandaktivität. Versicherer sind mittlerweile dazu übergegangen, den unterschiedlichen Risikobedürfnissen entsprechende, kombinierte Versicherungsprodukte anzubieten. So ist es heute für ein Kleinunternehmen ohne weiteres möglich, über eine einzige Geschäftsversicherung mehrere Risiken (z. B. Sach-, Haftpflicht- und Transportrisiken, allenfalls noch kombiniert mit Rechtsschutz) gleichzeitig abzusichern. Das ist attraktiv, reduziert den administrativen Aufwand, und das Unternehmen spart Geld.

… und einfach gestaltete Vertragsverwaltung

Lohnsummen und Umsatzzahlen sind wesentliche Treiber für die Festsetzung der Versicherungsprämien. Statt wie in der Vergangenheit Ende Jahr jeweils zahlreiche Formulare, Fragebogen und Listen ausfüllen zu müssen, können die benötigen Kennzahlen heute ohne grösseren Aufwand über ein elektronisches Lohnmeldeverfahren an die Privat- und auch Sozialversicherer übergeben werden. Gleiches gilt auch für wesentliche Teile der Administrationsaufgaben aus der beruflichen Vorsorge. Hier können Unternehmen online direkt auf Vertrags- und Versichertendaten zugreifen, Änderungen übermitteln und provisorische Leistungen berechnen. Auch die bis vor einigen Jahren noch jährlich geführten Erneuerungsverhandlungen gehören der Vergangenheit an, da Versicherungsverträge heute standardmässig mit automatischen Erneuerungsklauseln versehen sind bzw. bei Neuabschlüssen regelmässig Mehrjahresverträge (in der Regel drei Jahre) gewählt werden. Bei unterjährigen Risikoveränderungen, etwa im Fall von Neuanschaffungen oder beim Hinzukommen neuer Betriebsstandorte oder Tochtergesellschaften, arbeiten Versicherer mit der sogenannten «Vorsorgedeckung», wodurch Neu- und Zusatzrisiken für eine gewisse Übergangszeit automatisch Versicherungsschutz geniessen. All diese Prozessvereinfachungen helfen Unternehmen entscheidend, ihren administrativen Aufwand überschaubar zu halten.

Fazit

Der Versicherungsmarkt ist dynamisch, agil und innovativ. Es geht aus Sicht der Versicherer darum, Antworten auf neue Herausforderungen zu finden. Herausforderungen, welche im regulatorischen Umfeld, im Technologiefortschritt und – vor allem – in laufend sich verändernden Kundenbedürfnissen zu suchen sind. Kundenbindung herzustellen und langfristig aufrechtzuerhalten, ist anspruchsvoll. Es setzt eine hohe Flexibilität, Dienstleistungsbereitschaft und Kundenorientierung auf Seiten der Versicherer voraus.

In zahlreichen Unterrichtssequenzen bei der Höheren Fachschule für Versicherung schärfen wir diese Haltung beim Versicherungsnachwuchs. Wir zeigen dabei auf, welche Erwartungen die Kunden heute an ihre Versicherung haben und welche Möglichkeiten bestehen, diese zu erfüllen.