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7S – die Unternehmensanalyse mit praktischem Nutzen

Methoden zur Analyse gibt es viele. Je einfacher und verständlicher, desto rascher stehen Informationen zur Verfügung. Ein bewährtes Mittel ist das 7S-Modell, erschaffen und verbreitet durch das Beraterhaus McKinsey. Im Gegensatz zu anderen Modellen bietet es einen hohen Nutzen in der Praxis.

7S Unternehmensanalyse

Die Entwickler schufen ein Modell mit sieben Bereichen. Drei betrachten sogenannt harte Faktoren, die anderen vier Bereiche weiche Faktoren in einem Unternehmen. Damals war das ein Meilenstein, da erstmals auch der Mensch berücksichtigt wurde und nicht nur Strukturen und Prozesse in die Unternehmensanalyse einflossen.

Die sieben Bereiche:

Englisch Faktor Deutsch
Structure Hart Organisationsstruktur
Strategy Hart Unternehmensstrategie
Systems Hart Managementsysteme
Style
Weich Führungsstil
Staff Weich Mitarbeitende
Skills Weich Fähigkeiten
Shared Values Weich Gemeinsame Werte/Normen

Das Gesamtbild wird als «glückliches Atom» bezeichnet, unterteilt in das «kalte Dreieck» und das «warme». Die harten Faktoren sind leichter zu erfassen und zu beurteilen als die weichen. Sie beleuchten die Effektivität und die Effizienz eines Unternehmens. Die weichen Faktoren bilden den menschlichen Faktor und das bestehende Führungskonzept ab sowie deren Wirkung auf das Unternehmen. Diese Wirkung ist eminent wichtig für ein Unternehmen bzw. dessen Erfolgschancen. Eine gute Balance zwischen den sieben Punkten führt zu einem ausgeglichenen Unternehmen und fördert die bestmögliche Nutzung des Firmenpotenzials.

Das Modell bot als Erstes einen Rahmen für eine ganzheitliche Betrachtung einer Organisation und ist gut geeignet, um Veränderungsprozesse einzuleiten und strategische Stossrichtungen festzulegen. Es dient der Charakterisierung eines Unternehmens, ist ein Diagnosemodell für die Effektivität der Organisation und ermöglicht das Aufdecken von Schwachstellen in und zwischen den Bereichen. Bei Anpassungen muss beachtet werden, dass eine Änderung stets Auswirkungen auf das Ganze hat.

Im Alltagsgebrauch eignet sich das 7S-Modell hervorragend, besonders weil Fokus und Tiefe der Analyse nach eigenen Kriterien festgelegt werden können. Zum Beispiel kann auch nur eine einzelne Abteilung betrachtet werden. Auf diese Art können Zahlen, Daten und Fakten rasch erhoben werden. Zudem fällt der Vergleich von Soll und Ist leichter. Ist genügend Zeit vorhanden, können Analysten vom «Groben» ins Detail gehen: vom Blick auf die gesamte Firma über die Abteilungen bis hin zu einzelnen Teams. Dieses Vorgehen ermöglicht ihnen, die Situation umfassender zu erkennen sowie Abhängigkeiten festzustellen und diese anschliessend gezielt zu analysieren.

7S gehört zu denjenigen Modellen, welche sich in der Praxis bewährt haben, verständlich sind und verschiedene Anwendungen zulassen, ohne die Basis oder die Zusammensetzung zu ändern. Damit ist das Modell ein «Must» für jede Unternehmensanalyse.

An der Schule für Wirtschaft und Management werden in verschiedenen Fächern aktuelle Themen aus den unterschiedlichsten Sichtweisen beleuchtet, damit die Studierenden fundiert und aktiv zur objektiven Meinungsbildung beitragen können.

Autor:
Frédéric Jordan, Jordan Consulting

Publiziert am 5.07.2016 im Auftrag von der Schule für Wirtschaft und Management