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In- und Outsourcing als strategische Bewährungsprobe

Ein Unternehmen zeichnet sich aus durch Produkte und Dienstleistungen, welche vom Markt, das heisst den Kunden, nachgefragt werden. In den einzelnen Abteilungen des Unternehmens werden Prozesse so durchgeführt, dass aus Komponenten Maschinen, aus Kompetenzen Serviceangebote und mittels Kombinationen neue Dienstleistungen entstehen. Effizienz in der Erstellung wird erzielt durch Stärkung der eigenen Kernkompetenzen und durch den Einkauf von Standardware, so genannte Commodities. Die Logistik ist sodann gefordert, in kürzester Zeit die Koordination von der Erstellung über den Einkauf bis zur Auslieferung vorzunehmen. Mit zunehmendem Technologiewissen weltweit und Kostendruck sind die Unternehmen gefordert, Möglichkeiten des In- wie auch des Outsourcings laufend zu prüfen.

Outsourcing

Outsourcing

Sollten Ressourcenengpässe in der Forschung und Entwicklung, in der Produktion oder der Logistik kurzfristig die Expansion behindern, ist das Outsourcing immer eine Option. Bei Kostensenkungsprogrammen oder regulatorischen Hindernissen kommt das Outsourcing ebenfalls regelmässig als Lösung infrage. Wo bei der Engpassbeseitigung und allfälligen externen Vergaben die Qualität und allenfalls die Geschwindigkeit solcher Massnahmen in der Umsetzung beachtet werden sollen, müssen bei nachhaltigen Kostensenkungen sehr viele zusätzliche Faktoren beachtet werden. Wie hoch sind die einmaligen Investitionen, wie hoch ist das Risiko bei möglichen neuen Lieferanten? Weiter gilt es zu beachten, wie sich die Währungssituation im Beschaffungsland darstellt und wie die politische Stabilität zu beurteilen ist. Das Angebot an qualifizierten Fachkräften dürfte Beachtung finden wie auch die Schnittstelle eigener Lieferanten im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E).

Insourcing

Da, wo Unternehmen in ihren Firmenporträts oder -broschüren von Kernkompetenzen sprechen, macht es für den geneigten Beobachter wenig Sinn, wenn ein Unternehmen Dienstleistungen extern einkauft, die zu seinen eigenen Kernkompetenzen gehören. Die eigene Glaubwürdigkeit würde dadurch desavouiert. Das Vertrauen von Kunden, Lieferanten wie auch der Aktionäre nähme vermutlich Schaden. Kernkompetenzen soll man stärken und ausbauen. Sie verhelfen dem Unternehmen zu einem komparativen Vorteil am Markt. Das heisst zum einen, die eigenen Kernkompetenzen auf ihren «Wahrheitsgehalt» zu überprüfen. Damit ist die Frage gestellt, ob der Kunde bereit ist, für diese Kernkompetenz auch den vollen Preis zu bezahlen. Zum anderen bedeutet aber das Fokussieren auf Kernkompetenzen auch, dass in deren Erstellung auch die Kosten marktführend sein müssen. Der Markt besteht aus Angebot und Nachfrage. Und das kompetenteste Angebot sollte auch bei den günstigsten sein – nicht bei den billigsten.

Wettbewerbsvorteile Geschwindigkeit und Nachhaltigkeit

Nebst den genannten Faktoren betreffend In- oder Outsourcing ist in der heutigen globalen Wettbewerbssituation die Geschwindigkeit von der F&E hin zum Markt von entscheidender Bedeutung. Werden Prozesse durch Veränderungen, Umleitungen oder Schnittstellen langsamer, kann dies für die Lancierung einer Innovation gravierend sein. Intelligente Menschen gibt es auf der ganzen Welt, und Technologien sind global innert 24 Stunden verfügbar. Der Sieger spielt mit der Geschwindigkeit und sichert sich so am Markt den notwendigen Vorsprung. Nachhaltigkeit gilt für ein Unternehmen nicht bloss für das Endprodukt. Auch die Rohstoffe sollten nachhaltig – zu vernünftigen Preisen – erhältlich sein. Weiter müssen qualifizierte Mitarbeitende nicht nur für aktuelle Aufträge, sondern auch in Zukunft zur Verfügung stehen. All diese Faktoren muss eine Unternehmerin oder ein Unternehmer bei strategischen Entscheiden beachten. Und man kann mit Sicherheit sagen, dass Investitionen in einen Standort mit politisch stabilen Verhältnissen, einem klaren Rechtsrahmen, fairen Wettbewerbsbedingungen und einer hohen Identifikation der Bevölkerung zielführend sind.

An der Schule für Wirtschaft und Management werden in verschiedenen Fächern aktuelle Themen aus den unterschiedlichsten Sichtweisen beleuchtet, damit die Studierenden fundiert und aktiv zur objektiven Meinungsbildung beitragen können.

Autor: Bruno Sauter, Amtschef/Generaldirektor Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA), Kanton Zürich

publiziert am 24.05.2017 im Auftrag der Schule für Wirtschaft & Management

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