Bezahlen mit Fingerprint und Selfie – biometrische Bezahlsysteme sind im Kommen

11.01.2017 Matej Smokrovic

Tauschhandel, das Bezahlen mit Gütern, Muscheln, Münzen und Geldscheinen und schliesslich bargeldlose Zahlungen – das alles kennen wir bereits. Noch eher unvertraut ist das einfache und schnelle Bezahlen mittels Fingerprint und Selfie. Was vor einigen Jahren noch völlig surreal erschien, ist heute Wirklichkeit.

biometrische Bezahlsysteme

Neue Bezahlsysteme

Technische Neuerungen machen auch vor Zahlungssystemen nicht halt. Heute gehen die Möglichkeiten von QR-Code-basierten Zahlungsverfahren über NFC (Near Field Communication) und BLE (Bluetooth Low Energy) bis hin zum Mobile Payment und einer Vielzahl von Bezahlsystemen, die Zahlungen aufgrund von biometrischen Eigenschaften der Kunden freigeben.

Biometrische Bezahlsysteme – kaufen mit Fingerprint und Selfie

Bei biometrischen Bezahlsystemen werden Konto- und Kreditkartendaten der registrierten Kunden gespeichert. Wollen solche Kunden bezahlen, müssen sie sich lediglich mit einem von ihnen gewählten biometrischen Merkmal identifizieren lassen. Die heute gängigsten biometrischen Bezahlsysteme basieren auf einer Zwei-Faktor-Authentifizierung, das heisst, sie kombinieren ein biometrisches Merkmal z.B. mit einem Bezahlgerät oder einem Pin.  Obwohl es mittlerweile auch in Europa etliche Startups und Lösungen gibt, gewinnt diese Art von Bezahlung in der Schweiz erst seit der Lancierung von Apple Pay an Bedeutung. Die Idee, für die sekundenschnelle Bezahlung das Gerät zu nutzen, das man ständig dabei hat, kommt an. Nicht nur im Onlinehandel, sondern auch in Läden bezahlt man bequem und sicher, indem man das iPhone an das Bezahlgerät hält und sich über den Fingerabdrucksensor des Telefons identifiziert.

Beim Kauf wird lediglich eine gerätespezifische Nummer zusammen mit einem einmaligen Transaktionscode benutzt, die Kreditkartennummer erscheint nie auf dem Gerät, wird nicht gespeichert oder mit den Händlern geteilt. Ebenfalls werden keine Transaktionsdaten gespeichert (so zumindest offiziell), dies zur Freude von Datenschützern. 

Mastercard geht noch einen Schritt weiter. Mit «Identity Check Mobile» steht den Kunden eine App zur Verfügung, welche nicht nur auf die Passworteingabe verzichtet, sondern nebst der Identifikation mittels Fingerprint auch die Möglichkeit bietet, eine Zahlung mithilfe eines «blinzelnden Selfies» und der Gesichtserkennung authentifizieren zu lassen. Das Blinzeln soll verhindern, dass das System mit einem Foto oder Video ausgetrickst werden kann.

Bei Bezahlung per Fingerprint werden übrigens nicht die ganzen Fingerabdrücke gespeichert, sondern lediglich gewisse Merkmale, dies um eine Rekonstruktion des Fingerabdrucks und entsprechenden Missbrauch zu vermeiden.

Technologien der Zukunft

Weltweit tüfteln Unternehmen an weiteren, noch sichereren Methoden und Bezahlsystemen, um dem Kunden der Zukunft eine grosse Bandbreite an Bezahlmöglichkeiten zu bieten, sowohl im Online- als auch im stationären Handel. Möglicherweise bezahlen wir künftig nebst Fingerprint und Selfie auch mittels Spracherkennung, Herzschlag oder der eigenen DNA. Die Konkurrenz steht in den Startlöchern, die Akzeptanz der Kunden wird wohl noch steigen.

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