Elektronische Signatur – digital unterschreiben

28.02.2017
Verträge via E-Mail oder Internet abzuschliessen, ist heute alltäglich. Aber ist der Absender einer Nachricht auch die Person, für die er sich ausgibt? Wie kann man den Vertragsabschluss beweisen? Gewähr bietet hier die elektronische Signatur. Seit 1. Januar 2017 ist sie nicht nur für natürliche Personen, sondern neu auch für juristische Personen und Amtsstellen möglich. Details beschreibt der folgende Beitrag.
Digitale Unterschrift

Wozu eine elektronische Signatur?

Bei Verträgen, die über das Internet geschlossen werden, kann es schwierig sein, den Vertragsabschluss oder den Inhalt der Abmachung zu belegen. Printscreens oder Ausdrucke von E-Mails sind keine rechtsgültigen Beweise, denn sie können gefälscht werden (z.B. falscher Absender, Inhalt verändert). Auch bei elektronischen Auskünften aus dem Handelsregister, Grundbuch usw. stellt sich dieses Problem. Hier kommt die elektronische Signatur zum Einsatz.

Funktionen der elektronischen Signatur

  • Authentizitätsfunktion: Der Absender kann seine Identität nachweisen
  • Integrität: Der Empfänger weiss, dass die übermittelte Nachricht nicht verändert wurde
  • Beweisbarkeit: Vertragspartner und -inhalt können belegt werden

Was ist eine elektronische Signatur?

Unter elektronischer Signatur ist nun aber nicht eine eingescannte Unterschrift zu verstehen. Es handelt sich vielmehr um eine Verschlüsselungsmethode. Der Absender signiert die elektronische Datei, indem er sie verschlüsselt. Der Empfänger kann seinerseits die elektronische Signatur des Absenders überprüfen. Ist das Ergebnis dieser Überprüfung positiv, ist der Empfänger sicher, dass der Inhalt bei der Dateiübermittlung nicht geändert wurde.

Der Absender muss ein elektronisches Zertifikat erwerben, das von einer staatlich anerkannten Anbieterin von Zertifizierungsdiensten ausgestellt wird. Die Hauptfunktion des elektronischen Zertifikats besteht darin, einen Schlüssel einer bestimmten Person zuzuordnen. Der Empfänger der elektronisch signierten Datei kennt dadurch die Identität des Absenders. Diese kann zusätzlich über das Internet verifiziert werden.

Wer kann von der elektronischen Signatur profitieren?

Bisher war es nur möglich, dass natürliche Personen eine Zertifizierung erhielten. In einem Unternehmen erhielten unterschriftsberechtigte Angestellte eine elektronische Signatur. Bei einem Personalwechsel musste die Zertifizierung mutiert werden. Das Unternehmen selbst konnte nur eine sogenannte fortgeschrittene Signatur für Massenversendungen erwerben. Mit der Revision des Bundesgesetzes über die elektronische Signatur können neu auch Unternehmen und Amtsstellen eine Zertifizierung beantragen. Das Gesetz sieht mehrere Arten von Schlüsseln vor, sodass Anwendende den jeweils passenden wählen können.

Aber nicht alle Rechtsgebiete profitieren von der Gesetzesänderung. Wo das Gesetz ausdrücklich eine eigenhändige Unterschrift vorsieht, muss auch im digitalen Zeitalter noch von Hand unterschrieben werden, so z. B. bei der Mietzinserhöhung bei Wohnungen.

Im Zuge der Digitalisierung werden auch Verträge vermehrt in digitaler Form aufgesetzt. Seit Januar 2017 können nun auch juristische Personen und Ämter zum Unterschreiben die elektronische Signatur verwenden.