Wie wird ein Mitarbeitender zur Fehlbesetzung?

09.04.2019 Bruno Sauter
Die Mitarbeitenden sind das wichtigste Kapital eines Unternehmens, und entsprechend wird viel in die Selektion investiert. Den Aufgaben und Arbeitsinhalten angemessen, wird gezielt nach der am besten passenden Person gesucht. Die Formalien bezüglich Ausbildung und Erfahrung werden geprüft, die Auswahl durchläuft einen mehrstufigen Prozess. Trotz dieser Perfektion in der Selektion werden sich über einen gewissen Zeitverlauf Personalentscheide als falsch erweisen.
Fehlbesetzung

Die Aufgaben ändern sich

Auch wenn es an sich trivial erscheint: Die Aufgaben innerhalb einer Stelle ändern sich im Laufe der Zeit. Die Vorgaben werden erhöht, die Prozesse umgeschrieben, die Qualitätsziele verändert oder schlicht die Zeitvorgaben reduziert. Und nicht jeder Wechsel ist für einen Mitarbeitenden automatisch nachvollziehbar. Jener, der die höchsten Qualitätsansprüche an sich selbst stellt, kann plötzlich Zeitvorgaben nicht mehr einhalten und kaum verstehen, dass die Kunden allenfalls nicht mehr bereit sind, den Preis für «seine» Qualität zu bezahlen. Oder die Prozessvorgaben werden in einem Unternehmen neu standardisiert und schriftlich festgelegt. Mitarbeitende, die sich mit dem schriftlichen Formulieren schwertun, werden solche Vorgaben meist nur mühevoll erfüllen können, auch wenn die Arbeitsleistung an sich tadellos wäre.

Die Vorgesetzten ändern sich

Eine vorgesetzte Stelle nimmt immer - gewollt oder ungewollt - Einfluss darauf, wie die Mitarbeitenden ihre Arbeiten ausführen. Die Beurteilung der fachlichen Qualifikation hat trotz aller Objektivität immer auch eine subjektive Note. Die Beziehungsebene lebt von Interaktion, und die Kommunikation umfasst immer Sender und Empfänger. Zudem wird im Führungsverhalten etwas als konsequent dargestellt, derselbe Sachverhalt hingegen von Anderen als stur betrachtet.

Die Mitarbeitenden verändern sich

Derselbe Mitarbeitende hat im Laufe seiner Anstellung diverse Möglichkeiten, sich zu verändern. Sei dies durch Weiterbildung, was seine Karriereplanung vielleicht ändert. Sei dies durch Partnerschaft und den erfüllten Kinderwunsch, was den Bedarf nach Teilzeitarbeit oder Flexibilität erhöht. Oder sei es durch einen traurigen Schicksalsschlag, welcher einfach belastend ist und die Arbeitsleistung zu reduzieren vermag.

Begleiten der Veränderungen

Eine qualifizierte Personalarbeit durch Vorgesetzte zeichnet sich dadurch aus, dass sie auch nach der Selektion eines Mitarbeitenden die möglichen Veränderungen begleiten kann. Professionelle Personalarbeit vermag in den regelmässigen Gesprächen mit den Mitarbeitenden, systematisch Veränderungen zu erkennen. Und wohlwollende Personalarbeit sieht die Veränderungen nicht einseitig als negativ, sondern formuliert beidseitig, wo neue Erwartungshaltungen entstehen und wie - ebenfalls beidseitig - allfällige Lücken geschlossen werden könnten.

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