Die Geschichte der AKAD

Ein Rückblick

1954 - 1959: Gründerjahre

Die zwei Freunde, Juan Meier und Herbert Maissen, beide Studenten phil. I an der Universität Zürich, gründeten die Akademikergemeinschaft für Erwachsenenbildung. Vorangegangen war das gemeinsame Erlebnis, eine Maturität auf dem zweiten Bildungsweg zu absolvieren, was in der damaligen Zeit sehr schwierig war.

Ihre Idee war, Lehrhefte zu entwickeln, in welchen «die Dozenten eingebaut» waren. Der Maturastoff konnte so vorwiegend im Selbststudium erarbeitet und musste mit wenig Präsenzunterricht nur noch vertieft und geübt werden. Damit war die ureigene Lehr- und Lernmethode geboren: die AKAD Methode. 1956 gründeten sie damit die AKAD und starteten in einer Wohnung an der Seefeldstrasse in Zürich mit fünf Schülern den ersten Studiengang. Ein Team aus Verwandten, Mitstudierenden und Professoren der Universität schrieb Lehrhefte und baute die unterstützenden Unterrichtssequenzen auf.

Durch Kontakte zur Hochschule in Tübingen entstand die Idee, das Modell AKAD auch in Deutschland einzuführen. 1959 wurde die AKAD Deutschland mit Sitz in Stuttgart gegründet.

AKAD Gruender
Juan Meier und Herbert Maissen

1960 - 1983: Wachstum mit Turbulenzen

Standort ZuerichAus der Erkenntnis, dass sich die AKAD Methode nicht nur für die Maturität eignet, bot man Weiterbildungskurse an und eröffnete die Höhere Wirtschaftsschule, die Handelsschule und die Sprachschule.

Auch AKAD Deutschland baute das Angebot in Richtung Wirtschaft aus und erhielt 1980 die staatliche Anerkennung als Fachhochschule. In der Schweiz galt Fernunterricht weiterhin nicht als schulische Leistung. Trotz überdurchschnittlicher Prüfungserfolge an der eidg. Maturitätsprüfung gelang es nicht, eine eigene anerkannte Hausmatura zu erlangen. Hingegen lancierten die Kantone Lehrgänge im zweiten Bildungsweg und konkurrierten die AKAD mit Gratisangeboten.

Das Wachstum erforderte neue Strukturen. Neben administrativen und IT-Dienstleistungen wurden mit der Gründung des AKAD Verlags die Grundlagen für die systematische Entwicklung und Produktion der AKAD Lehrmittel gelegt, die das Fundament der AKAD Methode sind.

1971 bezog die AKAD den heutigen Standort an der Jungholzstrasse. 1983 verstarb der Mitgründer Juan Meier und hinterliess eine grosse Lücke.

1984 - 1994: Wachstum in neue Dimensionen

AKAD Deutschland konnte mit Unterstützung der Bundesländer weitere Standorte mit staatlicher Anerkennung als Fachhochschule aufbauen.

In der Schweiz wurde der AKAD Verlag ausgebaut. Monatlich lieferte er über 100’000 «AKAD Lektionen» aus. 30 Mitarbeitende pflegten einen einzigartigen Inhalt von über 1000 Titeln.

Weitere namhafte Bildungsinstitute wurden Teil der AKAD Gruppe. Die Minerva Zürich, Limania Aarau und das Lernstudio Zürich suchten aufgrund von Nachfolgeproblemen Anschluss. So brachte sich die AKAD auch in der Grundbildung für Jugendliche und in der herkömmlichen Präsenzunterrichtsform ein. Die Marken und die Standorte blieben bestehen.

Marke AKAD
AKAD Lektion

1995 - 1999: Ende und Neuanfang

Unternehmensleitung
C. Zindel, T. Suter, J. Limacher
Auch der Gründer Herbert Maissen musste seine Nachfolge regeln. Mit Unterstützung einer externen Fachperson konnte gegen Ende des letzten Jahrhunderts eine zukunftsfähige Lösung erarbeitet werden. Der deutsche Cornelsen Verlag übernahm AKAD Deutschland. Für die AKAD in der Schweiz machte das Dreigespann Jakob Limacher, Thomas Suter und Christian Zindel, alle Freunde aus ihrer eigenen AKAD Zeit, ein Angebot, welches Herbert Maissen dankend annahm.

2000 - heute: Die neue Bildungsgruppe entwickelt sich

Die neuen Eigentümer entwickelten in den Folgejahren rund um den AKAD Kern eine weitgefächerte Bildungsgruppe, der sie den Namen «Kalaidos» gaben. Sie teilten die verschiedenen Schulabteilungen der AKAD entlang der Zielgruppen Maturität, Berufsmaturität, kaufmännische Grundbildung, Wirtschaft, Sprachen und Hochschule in einzelne selbstständige Unternehmen auf. Die AKAD Hochschule für Berufstätige, die Aus- und Weiterbildungen auf Hochschulstufe angeboten hat, wurde von der AKAD abgetrennt. Sie ist heute in der einzigen staatlich akkreditierten privaten Fachhochschule Kalaidos integriert. Der AKAD Verlag wurde selbstständig und tritt heute am Markt als kompetenter Lehrmittelverlag unter dem Namen Compendio Bildungsmedien auf. Lehrmittelproduktion, Druck und Logistik fasste man ebenfalls in einem eigenen Unternehmen namens Edubook zusammen. Compendio und Edubook sind heute in der Lage, «on demand» und vollständig individualisiert zeitgemässes Lehr- und Lernmaterial zur Verfügung zu stellen.

Die AKAD konnte damit auch in anderen Segmenten, zum Beispiel Bank und Versicherung, weiter wachsen. Zusammen mit den einschlägigen Branchenverbänden gründete sie die Höhere Fachschule für Bank und Finanz und die Höhere Fachschule Versicherung. Hinzu kam eine Höhere Fachschule für Wirtschaftsinformatik und ganz aktuell gelang der Einstieg in die Höhere Fachschule für Technik.

Die AKAD erlangte zudem, notabene nach über 60 Jahren erfolgreicher Vorbereitung auf die eidgenössische Maturitätsprüfung mit über 5500 ebenso erfolgreichen Absolvierenden, eine Anerkennung für eine eigene Hausmatura. Damit ist nun offiziell auch die AKAD Methode als Lehr- und Lernmethode anerkannt.

Die AKAD ist heute gerüstet, sich den kommenden Herausforderungen, den sich stark wandelnden Berufs- und Arbeitswelten zu stellen und sich weiterhin der Leitidee der Gründer zu verpflichten, eine Schule für erwachsene Berufs- und Familientätige zu sein, die trotz hohem Engagement in Beruf, Familie und Freizeit ein Bildungsziel sicher und effizient erreichen wollen.

Klassenzimmer
Schulungsraum