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Drei Szenarien und fünf Optionen für Banken

Die Bankenlandschaft steht – auch und vor allem in der Schweiz – vor tiefgreifenden Veränderungen. Eine Studie der Beratungsgesellschaft Deloitte heisst denn auch „Zukünftige Geschäftsmodelle für Schweizer Banken – Aufbruch zu neuen Horizonten“.

Bankenzukunft

Die Schweizer Bankbranche durchläuft in den kommenden Jahren einen weitgehenden Wandel. Die gängigen Geschäftsmodelle stehen vor einer kritischen Überprüfung. Vor allem die Digitalisierung und die strengere Regulierung werden die meisten Veränderungen bewirken. Ferner gerät auch die Generation Y stärker in den Fokus, da sie immer mehr Vermögen kumuliert. Ausserdem betreten branchenfremde digitale Disruptoren die Bühne. Sie verwenden IT-Plattformen, um in den Bankenmarkt einzutreten.

Bankkunden erhalten mehr Auswahl

Bankkunden haben in Zukunft eine wesentlich grössere Auswahl, wie sie ihre Finanzdienstleistungen erledigen wollen, schreibt Deloitte-Partner Daniel Kobler in einem Blogpost zur Studie. Sie können für ihre Investitionen statt gebührenträchtiger Bankprodukte das Angebot schlank aufgestellter FinTechs nutzen. Die intransparente Kreditprüfung wird durch eine spielerische und digitale Prüfung von Verhaltensmustern ersetzt. Moderne Banken kreieren Social Media Banking Communities und forcieren den Austausch von Investitionsideen.

Möglicherweise sind also die Zeiten der Hausbank als Hub für Sparen, Beratung, Anlegen und Finanzieren vorbei. Aus den aktuellen Trends leitet die Studie drei Zukunftsszenarien für Banken ab (siehe Grafik).

Grafik Bankenzukunft

So könnte die Bankenlandschaft in Zukunft also aussehen:

a) Traditionelle Banken bleiben Leader und setzen sich mit innovativen Produkten durch. Die Kunden wechseln aus regulatorischen Gründen oder aus Bequemlichkeit nicht in Scharen zu FinTechs oder Internetbanken.

b) Junge Banken ohne alte IT-Plattformen können das Kundenvertrauen gewinnen und verdrängen mit attraktiven Angeboten die bisherigen Platzhirsche.

c) Die Kunden wählen selbst aus, welche Leistungen sie von welchem Anbieter beziehen. Wenn ein solches Finanz-Ökosystem entsteht, bleibt Banken noch die Rolle als Transaktions- und Verwahrungsplattform.

Auf der Ebene einzelner Institute und deren Wertschöpfungskette gilt Folgendes: Es ist absehbar, dass die bisherige integrierte Wertschöpfungskette der Banken zunehmend zerlegt wird. Klassische Banken haben der Studie zufolge nun die Wahl, auf welches von fünf zukunftsträchtigen Geschäftsmodellen sie sich spezialisieren möchten.

  • Transaktionsbank: Nutzung von Grössenvorteilen steht im Vordergrund
  • Produktführer: Marktanteile mit innovativen Produkten gewinnen
  • Trusted Advisor: Bietet mit einer breiten Palette von Produkten und Beratung Diversifikationsvorteile
  • Managed Solution Provider: Ergänzt Geschäftsmodelle mit spezialisierten Dienstleistungen
  • Universalbank: Muss in allen Bereichen Grössenvorteile erreichen, um kostengünstig zu arbeiten

Je nach ausgewähltem Geschäftsmodell müssen die Banken ganz verschiedene Massnahmen ergreifen, um den von ihnen gewählten Pfad der Transformation zu beschreiten.

Autor:
Alexander Saheb, Fachjournalist
Publiziert am 31.10.2016 im Auftrag von der Höheren Fachschule für Bank und Finanz HFBF

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