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Aktienfonds in der Säule 3a eignen sich nicht für alle Sparer

Wegen der allgemein tiefen Zinsen suchen auch die Sparer der Säule 3a nach Auswegen. Es gibt zwar Anlagefonds mit hohen Aktienanteilen, doch erfordern diese ein entsprechendes Anlegerprofil.

Aktienfonds in der Säule 3a

Das Tiefzinsumfeld beschert der Schweiz nicht nur günstige Hypothekarkredite, sondern auch sehr tiefe Sparzinsen. Das hat vor allem auf langfristig orientierte Spareinlagen einen grossen Einfluss. Denn tiefe Zinsen verringern auch den gerade bei langfristigen Anlagen so wichtigen Zinseszinseffekt.

Besonders stark betroffen ist von dieser Entwicklung die Säule 3a, in deren Rahmen sehr verbreitet Ersparnisse für die Zeit nach der Pensionierung gebildet werden. In den vergangenen Jahren haben die Banken die auf diese Konten anzuwendenden Zinssätze stetig gesenkt, um mit der Entwicklung des allgemeinen Zinsniveaus Schritt zu halten Mittlerweile findet sich in der Schweiz kein Anbieter mehr, der für Kontoguthaben der Säule 3a mehr als ein Prozent Zinsen zahlt. Kleine Banken wie die Spar- und Leihkasse Münsigen oder die Bezirks-Sparkasse Dielsdorf liegen mit ihrem Angebot von 0,8 Prozent Zins derzeit noch vor der Credit Suisse (0,7%) oder der Postfinance (0,5%).

Wegen dieser langfristig wenig aussichtsreichen Situation können Säule 3a-Sparer jedoch über andere Anlageformen nachdenken, welche der Rahmen der Säule 3a ebenfalls erlaubt. Banken bieten ihnen verbreitet auch Investmentfonds für die Anlage ihrer Säule 3a-Gelder an. Diese Fonds werden streng reguliert und sind nur für solche Vorsorgevermögen zugelassen. Sie sind mit verschieden hohen Anteilen an Anleihen oder Aktien erhältlich, um den jeweiligen Anlegerprofilen der Kundschaft gerecht zu werden.

Meist beträgt die Aktienquote dieser Fonds maximal rund 50 Prozent. Doch es gibt auch einige wenige Produkte, die eine höhere Aktienquote aufweisen. Eins davon ist der „Raiffeisen Index Fonds Pension Growth I”. Dieser investiert rund 67 Prozent des Fondsvermögens in Aktien. Laut Angaben von Raiffeisen bildet der Fonds die Kursentwicklung des speziell konstruierten Index „Pension Growth“ nach. Der Fonds investiert dazu in andere passive Anlagen, welche die Kursentwicklung von Obligationen, Aktien oder Edelmetallen abbilden. 

Eine nochmals höhere Aktienquote weisen zwei UBS-Fonds auf. Sie heissen „UBS Vitainvest 75 World“ und „UBS Vitainvest 75 Swiss“. Den Angaben der Bank zufolge liegt die Aktienquote dieser Fonds zwischen 70 und 80 Prozent. Der „World“ hält zu 60 Prozent Aktien global und zu 15 Prozent Aktien Schweiz. Der „Swiss“ wiederum hat rund 60 Prozent in Schweizer Aktien und 15 Prozent in weltweiten Titeln. Den Rest der Portfolios bilden bei beiden Fonds jeweils 15 Prozent Anleihen und 10 Prozent Immobilieninvestments.

Wegen ihrer hohen Aktienquote eignen sich diese Fonds jedoch nicht für alle, denen die Zinsen der Säule 3a jetzt zu tief sind. Als aktienlastige Produkte müssen Anleger einen langfristigen Anlagehorizont haben und auch die für eine Aktienanlage nötige Risikofähigkeit und -bereitschaft mitbringen.  

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Autor:
Alexander Saheb, Fachjournalist
Publiziert am 5.07.2016 im Auftrag von der Höheren Fachschule für Bank und Finanz HFBF

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