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Finanzberater betonen Risiken passiver Anlagen und fürchten keine Robo-Advisors

Schweizer Finanzberater glauben mehrheitlich, dass Kunden die Risiken passiver Investments unterschätzen. Robo-Advisory dürfte die persönliche Anlageberatung keinesfalls verdrängen, sondern bestenfalls ergänzen.

Risiken Banken

Anleger halten passive Investments zu Unrecht für eine sichere Anlageklasse. Das meinen zwei Drittel der Schweizer Finanzberater, die für eine Studie von Natixis Asset Management befragt wurden. Insbesondere unterschätzen Anleger die Risiken, die mit passiven Investments einhergehen. Das meinen jedenfalls 70 Prozent der Schweizer Finanzberater. Für die Portfoliostrukturierung sei die Beimischung von passiven Investments zwar sinnvoll, doch sollten diese nicht allein aus Kostengründen gewählt werden. Entscheidendes Kriterium sollte vielmehr der Mehrwert für die Anleger sein. An der Umfrage von Natixis Global Asset Management nahmen weltweit 2550 Finanzberater (davon 150 aus der Schweiz) teil.

Aktiver Anlagestil ist dem passiven überlegen

Die Berater sind davon überzeugt, dass sich aktive Investments in mehrfacher Hinsicht besser entwickeln dürften als passive Investments. Das gilt gleich auf mehreren Ebenen: Bei der Generierung von Alpha, der Erzielung höherer risikobereinigter Erträge, der besseren Ausnutzung kurzfristiger Marktschwankungen und einer breiteren Diversifizierung. Letzteres ist vor allem deshalb möglich, weil ein aktiver Investmentstil den Zugang zu alternativen Investments erlaubt, ebenso wie die Berücksichtigung nicht-korrelierter Anlageklassen.

Kunden wollen in der Schweiz besonders oft intensiv beraten werden

Die Umfrage zeigt weiterhin, das zwei Drittel der Anlageportfolios der Schweizer Finanzberater aktiv gemanagt werden. Seitens der Kunden ist eine umfassende Beratung stärker gefragt als anderswo: 61 Prozent der Schweizer Finanzberater erleben eine wachsenden Nachfrage nach komplexeren Beratungsleistungen, um der Marktvolatilität zu begegnen. Weltweit sind es 55 Prozent der befragten Berater.

Robo-Advisors können persönliche Beratung nicht ersetzen

Mit Blick auf die zahlreichen neuen Angebote der automatisierten Beratung zur Vermögensverwaltung (Robo-Advisory) sind nur sieben Prozent der Schweizer Vermögensberater (weltweit 22 Prozent) der Meinung, dass solche Plattformen die Zukunft der Finanzberatung darstellen. Fast 90 Prozent der Berater sind unbesorgt, dass ihr auf persönliche Beratung abgestütztes Geschäftsmodell durch Robo-Advisory verdrängt werden könnte. Robo-Advisors könnten keine taktische Asset Allokation bieten, die insbesondere bei fallenden oder schwankenden Märkten unentbehrlich sei.

Beratungslücke bei jungen und weniger vermögenden Kunden

Allerdings sind auch 52 Prozent der Berater der Meinung, dass Firmen mit einer automatisierten Beratungsplattform anderen gegenüber im Vorteil sein werden. Vor allem für junge Kunden oder solche mit niedrigen und mittleren Einkommen könnten Robo-Advisors eine sonst drohende Beratungslücke füllen. Ausserdem könnte eine automatisierte Anlageberatung, auf die die Kunden direkt zugreifen können, die Effizienz der eigenen Geschäftstätigkeit optimieren.

Autor:

Alexander Saheb, Fachjournalist

Publiziert am 14.11.2016 im Auftrag von der Höheren Fachschule für Bank und Finanz HFBF

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