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Wertschaffung der Retailbanken steigt – auch pro Kopf

Vor allem grössere Retailbanken verbessern ihre Wertschaffung. Auf Pro-Kopf-Ebene der Mitarbeitenden berechnet, legen Geschäftserfolg, Zinserfolg und Personalaufwand ebenso zu.

Wertschaffung

Die Schweizer Retailbanken konnten ihre Wertschaffung steigern. Das geht aus der Studie "Wertschaffung der Schweizer Retailbanken" hervor, welche die Zürcher Beratungsfirma IFBC schon seit 2009 jährlich erstellt. Für die aktuelle Studie wurden 52 Banken berücksichtigt. Davon sind 17 an der SIX Swiss Exchange kotiert und 24 haben eine Bilanzsumme von über 10 Mrd. Franken. 

Vielerorts rentiert das Eigenkapital nicht mehr 
Gemessen am Economic Profit I erzielten 9 von 10 Banken eine positive Wertschaffung. Allerdings erreichten nur 3 von 10 einen positiven Economic Profit II. Somit erwirtschafteten die meisten Banken lediglich die Kosten des regulatorischen, nicht aber diejenigen des gesamten Eigenkapitals, heisst es weiter. Die Cost-Income-Ratio blieb 2015 mit 63,7 Prozent auf dem Vorjahresniveau, liegt aber gegenüber der erstmaligen Untersuchung 2009 auf dem Höchststand. 

Bei den untersuchten Banken konnten die grösseren 2015 eine vergleichsweise höhere finanzielle Wertschaffung erzielen als die kleineren. Die grösseren Institute zeigten sowohl gemessen am RoRE-CoE-Spread I (Basis für die Ermittlung des Economic Profit I) sowohl aktuell als auch retrospektiv vergleichsweise bessere Werte als kleinere Branchenkollegen. „Offensichtlich gelingt es den grösseren Banken, messbare Skaleneffekte zu nutzen“, folgern die Branchenexperten. 

Mitarbeitende werden teurer und bringen mehr ein

Auf Pro-Kopf Basis der Mitarbeitenden gerechnet, stieg der Geschäftserfolg im vergangenen Jahr um 4'000 auf 143'000 Franken (siehe Grafik). Im Jahr 2013 belasteten Rückstellungen wegen des US-Tax-Programms. Die Differenzen zwischen Bank sind teils aber gross. Die Freiburger Kantonalbank sticht mit einem Pro-Kopf-Geschäftserfolg von 394’000 Franken hervor. In den Top Ten konzentrieren sich die Kantonalbanken und andere grosse Institute.

Studie Wertschaffung

Quelle: Wertschaffung der Schweizer Retailbanken, IFBC

Die wichtigste Einkommensquelle der Retailbanken ist der Zinserfolg auf dem verliehenen Geld. Pro Kopf der Mitarbeitenden stieg dieser zum dritten Mal in Folge und erreichte 293’000 Franken. Die Bandbreite liegt allerdings zwischen tiefen 102’000 und hohen 537’000 Franken. Auch der Personalaufwand wuchs um 4‘000 auf 146‘000 CHF an. Seit 2009 stieg der Personalaufwand um rund 7,4 Prozent, während der Sachaufwand um 2,3 Prozent zunahm.

An der Höheren Fachschule für Bank und Finanz HFBF werden in verschiedenen Fächern aktuelle Themen aus den unterschiedlichsten Sichtweisen beleuchtet, damit die Studierenden fundiert und aktiv zur objektiven Meinungsbildung beitragen können.

Autor:
Alexander Saheb, Fachjournalist
Publiziert am 8.09.2016 im Auftrag von der Höheren Fachschule für Bank und Finanz HFBF

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