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Personalentwicklung muss nicht teuer sein

Qualitätszirkel sind auch für KMUs ein motivierendes und wirksames Personalentwicklungsinstrument. Ziel ist die Qualitätsverbesserung für das Unternehmen und damit für die Mitarbeitenden. Qualitätszirkel sind immer freiwillig.

Personalentwicklung

Sie arbeiten im Personalbereich eines KMUs, und Ihr Budget für Personalentwicklung ist knapp? Sie sollen der Geschäftsleitung Vorschläge unterbreiten, wie Sie kostengünstig Mitarbeitende weiterentwickeln, fördern und motivieren können? Dann setzen Sie auf die Eigeninitiative der Mitarbeitenden. Hierzu eignen sich Qualitätszirkel.

Fördern mal anders

Ein Qualitätszirkel unterscheidet sich wesentlich von sogenannten Arbeitsgruppen. Der Fokus liegt hier auf die Verbesserung der Qualität. Dabei steht die Freiwilligkeit im Vordergrund, das gemeinsame Problemlösen für das Unternehmen und damit für sich selbst. Im Qualitätszirkel kann die Steigerung des Leistungspotenzials genauso behandelt werden wie die Verbesserung des Betriebsklimas. In vielen Unternehmen werden auch Produktverbesserung, Innovation oder Themen des Arbeitsschutzes oder der Arbeitssicherheit diskutiert.

Qualitätszirkel in KMUs

Gerade der Qualitätszirkel eines KMUs sollte einfach, pragmatisch, aber wirkungsstark sein. Eine wesentliche Aufgabe fällt dem Moderator zu, dem Leitenden des Zirkels. Der geschulte und von den Teilnehmern gewählte Moderator hält die Meilensteine fest. Er hilft dem Team, Widerstände zu überwinden. Er prüft die Aufgaben und verteilt sie. Er hält alle Fäden zusammen und zieht je nach Thema externe Fachreferenten hinzu. Grosse Konzerne arbeiten innerhalb eines Qualitätszirkels mit Projektgruppen; bei kleinen Unternehmen würde das den Rahmen sprengen.
Egal wie schlank der Zirkel (je nach Unternehmen) gestaltet ist, wichtig sind folgende Faktoren:

  • unumstössliche, regelmässige Termine (z. B. 1 x im Monat während der Arbeitszeit)
  • Protokollierung der Ergebnisse
  • fester Zeitplan / klare Regeln
  • Teilnehmende bestimmen die Themen
  • Teilnehmende erarbeiten Vorschläge 
  • keine Einmischung resp. Anweisungen der obersten Hierarchieebene
  • eine Teilnehmerzahl von mindestens 5 Mitarbeitenden (untere Hierarchieebene)

Training near the job

Dank des Qualitätszirkels werden aus betroffenen Mitarbeitenden Beteiligte. Ein Unternehmen, das dieses Instrument gezielt einsetzt, schafft es, individuelle Leistungspotenziale zu nutzen – und das freiwillig. Die erarbeiteten Vorschläge können via betriebliches Vorschlagswesen an die Geschäftsleitung weitergegeben werden. Diese entscheidet, wie die Ideen umgesetzt werden. Wer Mitarbeitende zusätzlich motivieren möchte, kann Verbesserungsvorschläge auch prämieren. 
Qualitätszirkel belegen, dass Personalentwicklung immer möglich ist und dass es nicht unbedingt externe Trainings und Schulungen sein müssen. Es gilt, das Potenzial der Mitarbeitenden zu entdecken und zu nutzen.

An der Schule für Personal und Führung werden in verschiedenen Fächern aktuelle und kontroverse Themen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchtet, damit die Studierenden fundiert und aktiv zur Meinungsbildung beitragen können.

 

Autor:
Diana Roth, HRM-Expertin, Dozentin, Autorin und Coach für Personal
Publiziert am 21.12.2017 im Auftrag von der Schule für Personal und Führung

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