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Kunst als Erfolgsfaktor in der Unternehmung

Trotz ausgeklügelter rational-analytischer Hilfsmittel zur Unterstützung der Unternehmensführung hängt der Erfolg einer Unternehmung von emotionalen und im Tiefsten des Menschseins verankerten Werten und Handlungsweisen ab. Schon früh gestalteten die Ureinwohner nicht bloss Güter des täglichen Bedarfs, sondern schmückten diese aus und stellten sie in den Dienst übergeordneter Werte.

 

Dabei kamen vorwiegend Symbole, Artefakte und leicht einprägsame Bilder zum Einsatz. Die Wiederholung solcher „Zeichen“ führte zur Unverwechselbarkeit mit Nachhaltigkeitscharakter.

Bei Unternehmungen besteht die „Kunst“ darin, mit einer bildlichen Abstraktion ein unverwechselbares „Zeichen“ zu setzen, welches sowohl die Firma als auch das Produkt über lange Zeit begleitet. Ein gutes Beispiel ist die Sportmarke Nike mit einem unverwechselbaren Symbol und dem Slogan: Just do it. Oder wer kennt den kleinen Kobold von Knorr, den „Knorrli“, nicht?

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Knorrli, www.knorr.ch

 

Mittels Kunst kann man Inhalte vermitteln, welche haften bleiben. Die Identifikation aller Ansprechgruppen einschliesslich der eigenen Mitarbeitenden mit einer Unternehmung kann gefördert werden. Es ist sinnvoll, wenn eine Unternehmung sich klar positioniert bezüglich derjenigen Kunst, welche das Unternehmen prägen soll und dadurch eine Botschaft beinhaltet. Wenn eine grosse Versicherung wie die Helvetia damit wirbt, „Kunst“ zu versichern, liegt es nahe, auch selbst Kunst einzusetzen.

Mit der von einer Firma „gewählten Kunst“ werden das Schöpferische und das Suchen nach neuen Dimension, Produkten, Märkten und Kommunikationsmöglichkeiten zum Bestandteil der Unternehmensführung. Es kommt zu einer Symbiose zwischen finanziell-analytischen und essentiell-emotionalen Ebenen.

 

Ein besonders eindrückliches Beispiel, wie eine Unternehmung Kunst zelebriert, ist die Würth-Gruppe Die Firma verkauft Produkte der Befestigungstechnik. Sachlichkeit pur. Sie bietet ein breites kulturelles Angebot an. Das Visionäre der Firma soll dadurch gefeiert werden. Der Kunsteinsatz wird zu einem Alleinstellungsmerkmal. Bei der Vorstellung des Würth Hauses in Rorschach geizt die Firma nicht mit emotionalen Inhalten. Beim Besuch des Hauses sollen Momente entstehen, welche begeistern, ein Ort des Genusses sein, aber auch der spielerischen Erfahrung von Objekten jenseits der nüchternen Technik. Die lokale Verankerung wird gestärkt, Gleichzeitig findet man Zugang zu den Produkten und Dienstleistungen der Firma.

 

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Ernst Ludwig Kirchner. Waldinneres mit rosa Vordergrund, 1913/20. Sammlung Würth, Inv. 4393
Fotograf: Volker Naumann, Schönaich

 

Durch den Einsatz von Kunst bekommen Unternehmungen eine „Seele“, eine unverwechselbare DNA. Der Einsatz von Kunst entspricht auch den Erfordernissen der Megatrends in Gesellschaft und Wirtschaft. Insbesondere jüngere Mitarbeitende wollen bei ihrer Tätigkeit Freiräume ausloten, Erlebnisse feiern und sich mit Kraft für Ziele einsetzen, welche sie teilen.

 

An der Schule für Wirtschaft und Management werden in verschiedenen Fächern aktuelle Themen aus den unterschiedlichsten Sichtweisen beleuchtet, damit die Studierenden fundiert und aktiv zur objektiven Meinungsbildung beitragen können.

  

Autor:
Herr Max Meyer
publiziert am 19.04.2016. Im Auftrag von der Schule für Wirtschaft und Management.