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Die ausgebrannte Organisation - erkennen und vermeiden

Burnout beschreibt wohl für die meisten einen Gesundheitszustand eines Menschen. Doch auch Organisationen können ausbrennen. Der «organizational burnout» ist ein Zustand tiefer Erschöpfung und Bewegungsunfähigkeit einer Organisation, der nicht aus eigener Kraft überwunden werden kann. Sind bereits deutliche Anzeigen vorhanden, muss das Management Bestehendes rigoros in Frage stellen.

ausgebrannte Organisation

Ursachen und Zusammenhänge

Erleiden in einer Organisation mehrere Menschen ein Burnout, so beginnen sich die Strukturen langsam aufzulösen. Die Organisation an sich erkrankt. Doch eine ausgebrannte Firma entsteht keineswegs allein durch die Summe von individuellen Burnouts. Schlechte Strukturen und Prozesse, unklare Verantwortlichkeiten und tägliches «Brände löschen» machen Mitarbeitende mürbe. Die Betroffenen verlieren dabei das Verständnis für ihre Arbeit und das Unternehmen. Die Menschen sind jedoch lediglich Symptomträger, der eigentliche Patient ist das Unternehmen. Meist wird dies nicht verstanden.

Organisationen sind soziale Gebilde, die durch ihre Strukturen das Miteinander sowie jeden Einzelnen wesentlich beeinflussen. Reorganisationen und ständige Veränderung der Prozesse sind in vielen Unternehmen an der Tagesordnung. Doch der Mensch und das System brauchen regelmässig Regenerationsphasen. Fehlen diese, hat das Auswirkungen auf beide. 

Symptome

Typische Kennzeichen eines Organisations-Burnouts sind die permanente Überlastung sowie die fehlende Führung. Prozesse werden nicht mehr eingehalten, die Kommunikation nimmt ab, die Fluktuation dafür rasant zu. Das Management erhöht nicht selten die Leistungsvorgaben und verändert in immer kürzeren Abständen Strukturen und Prozesse. Faktisch bessert sich die Lage aber nicht, sie wird nur schlimmer. Eine Negativspirale beginnt.

Einige Beispiele:

  • Höchstleistungen werden selbstverständlich
  • Mobbing ist firmenweit verbreitet
  • Die Leistung der Führungskräfte lässt nach
  • Vergangene Erfolge bestimmen das Aussenbild
  • Leistung und Vergütung passen nicht zusammen
  • Viel Gerede, wenige Entscheidungen
  • Teams bzw. Teamsynergien lösen sich auf
  • Emotionale Bindung an das Unternehmen schwindet

«Therapie»-Ansätze

Wie eine ausgebrannte Firma zu therapieren ist, kann nicht generell gesagt werden. Jedes Unternehmen ist einzigartig und benötigt eine individuelle Lösung. Sinnvoll ist es, eine vertrauenswürdige Führung aufzubauen, die klare Ziele setzt. Die Kommunikation muss transparent und ehrlich sein. Eine Konzentration auf die Wertschöpfung ist ein Muss, was einfache Strukturen und saubere Prozesse voraussetzt. Gegenseitiges Vertrauen, Respekt und Toleranz sowie ein Miteinander auf Augenhöhe sind wichtige Grundpfeiler für ein gesundes Unternehmen, die einem Ausbrennen entgegenwirken. Wichtig ist das Bewusstsein, dass es keine leichte Aufgabe ist, aus einem kranken ein gesundes Unternehmen zu machen, und dass es die Kräfte aller Mitarbeitenden dazu braucht.

An der Schule für Wirtschaft und Management werden in verschiedenen Fächern aktuelle Themen aus den unterschiedlichsten Sichtweisen beleuchtet, damit die Studierenden fundiert und aktiv zur objektiven Meinungsbildung beitragen können.

Autor:

Frédéric Jordan, Jordan Consulting

Publiziert am 12.09.2017 im Auftrag von der Schule für Wirtschaft und Management

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