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IBM Chef Watson

Wer kennt die Situation nicht: Man hat diverse Zutaten im Haus, die aber beim besten Willen nicht zusammenpassen. Entweder man gibt auf und verzichtet darauf, etwas Sinnvolles zu kochen. Oder aber man holt sich Unterstützung in Form von Künstlicher Intelligenz (KI).

IBM Chef Watson

Ein Computersystem in der Cloud, entwickelt vom Technologiekonzern IBM, übernimmt die Rolle des Küchenchefs. Seine Rezeptvorschläge scheinen auf den ersten Blick teils sehr speziell und gewagt - so gewagt, dass kein Mensch auf die Idee kommen würde, sie so umzusetzen.

Watson, der Supercomputer

IBMs Supercomputer Watson sorgte im Februar 2011 erstmals für Aufsehen, als er in der US-Quizshow «Jeopardy» zwei menschliche Gegner schlug. Sehr beeindruckend sind die innerhalb weniger Jahre um ein X-Faches gestiegene Wissensmenge sowie die Lernfähigkeit von Watson. Nebst Finanzen, Verkauf und Bildung wird Watson unter anderem auch in den Bereichen Medizin und Krebsforschung (bzw. Krebstherapie) eingesetzt. Und nebenbei «lernt» er kochen, wird zu «Chef Watson», zum Küchenchef und kreativen Berater.

Mittels Datenanalyse zu neuen Rezepten

Bereits 2015 erschien ein Kochbuch mit Rezepten von Watson. Nun bringt IBM in Zusammenarbeit mit dem Feinschmeckermagazin Bon Appétit die Kreativität von Watson mittels kostenloser Web-App interaktiv in die Küche.
Als Grundlage dient dem «Meisterkoch» eine enorme Datenbank. Sie vereint mehr als 10 000 Rezepte und Erkenntnisse über den menschlichen Geschmack sowie die Chemie einzelner Nahrungsmittel, Zutaten und Gewürze. Die von IBM entwickelte KI ist einzigartig, da sie die natürliche Sprache und ihren Kontext versteht. Weiter kann sie Unmengen von Daten und Informationen analysieren und ist in der Lage zu lernen, welche Zutaten, Geschmäcker und Aromen miteinander harmonieren. Zudem wurde Watson mit Daten über Zubereitungsarten und ihre Auswirkungen auf den Geschmack der Zutaten «gefüttert», was das Wissensportfolio des Computers abrundet. Chef Watson ist aber auf keinen Fall lediglich eine Rezeptdatenbank, sondern wurde geschaffen, um aufgrund der vorhandenen Informationen neue, individuelle und ausgefallene  Rezepte zu kreieren.

Web-App

Nach der Anmeldung mit einem Facebook- oder IBM-Account auf der kostenlosen Website ibmchefwatson.com (derzeit nur in englischer Sprache verfügbar), wählt der Koch oder die Köchin eine Hauptzutat aus. Watson schlägt passend dazu jeweils drei weitere Zutaten vor. Sobald die Zusammenstellung der Zutaten akzeptiert wird, generiert Watson nach den Vorgaben und Vorlieben der Köche einzigartige und individuelle Menüvorschläge. Es besteht zudem die Möglichkeit, aus diversen Stilrichtungen auszuwählen und Unverträglichkeiten, Allergien oder Krankheiten zu berücksichtigen. Dasselbe gilt für vegane oder vegetarische Ernährungswünsche.

Fazit

Was manchmal sehr eigenartig klingt, kann trotzdem gut munden. Die Rezepte von Chef Watson sind teilweise auf Sternekoch-Niveau angesiedelt. Mutige, die nicht davor zurückschrecken, Kreationen wie Bacon-Pudding oder Blauschimmelkäse-Tiramisu zu kosten, werden belohnt! Weltweit haben Tester diverse Rezepte ausprobiert und für teils sehr gut befunden. Dass das nicht nur dahingesagt ist, kann der Autor bestätigen (er hatte im Rahmen eines Anlasses die Gelegenheit, spezielle, aber grandiose von Chef Watson entwickelte Dessertkreationen zu verkosten).
Auch können dank Chef Watson beliebig Essensreste verwertet werden. Dies führt dazu, dass das Food-Wasting, das in unseren Breitengraden ein grosses Problem ist, reduziert werden kann. Dies schont nicht nur die Umwelt und wichtige Ressourcen, sondern auch das eigene Portemonnaie. Das Fazit demnach: durch und durch gelungen!

Bei AKAD Technics werden in verschiedenen Fächern aktuelle und kontroverse Themen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchtet, damit die Studierenden fundiert und aktiv zur Meinungsbildung beitragen können.

Autor: Herr Matej Smokrovic, Wirtschaftsinformatiker

publiziert am 24.11.2017 im Auftrag von AKAD Technics

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