Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Versicherungsindustrie

22.08.2016 Philippe Catalan

Die Schweizer Versicherungswirtschaft steht für Vertrauen, Sicherheit und Zuverlässigkeit. Versicherer übernehmen Risiken von Privatpersonen und Unternehmen und decken Schäden, welche diese nicht selbst tragen können oder wollen. Ohne Versicherungen würden unternehmerische Eigeninitiative und wirtschaftlicher Fortschritt gebremst oder wären gar unmöglich. Die Schweizer Versicherungsindustrie hat in verschiedener Hinsicht eine grosse volkswirtschaftliche Bedeutung:

Bedeutung Versicherungsindustrie

Versicherungen – ein bedeutender Wirtschaftszweig

Ob bei Krankheit, Unfall, Haftpflicht oder auch Betriebsunterbrüchen: Versicherungen werden überall gebraucht. Sie sichern die Existenz von Familien und Menschen im Alter ab und ermöglichen Unternehmen, unerwünschte Betriebsrisiken auszulagern und das dadurch freigesetzte (Risiko)kapital für ihre Geschäftsentwicklung einzusetzen. Die Versicherungsbranche gehört zu den zehn bedeutendsten Industrien in unserem Land. Die Bruttowertschöpfung der Schweizer Versicherer beträgt rund 26 Milliarden Franken , was einem Anteil von 4.2 Prozent an der Gesamtwirtschaft entspricht. Im Vergleich dazu liegt die Wertschöpfung der Banken bei etwa 35 Milliarden Franken bzw. 5.6 Prozent. Auf den einzelnen Mitarbeitenden umgerechnet, ergibt sich für die Versicherungsbranche eine Wertschöpfung von CHF 241.– pro Arbeitsstunde, während dieser Wert im Bankensektor bei CHF 118.– und im Durchschnitt der Gesamtwirtschaft bei CHF 81.– liegt.

Versicherungen – wichtige Arbeitgeber

In der Schweiz sind 210 Versicherungsunternehmen aufsichtsrechtlich registriert. Versicherer analysieren und beurteilen Risiken, erkennen Risikotrends und versuchen, relevante Gefahrenlagen über adäquate Versicherungslösungen aufzufangen. Das Versicherungsumfeld ist spannend, vielseitig und innovativ. Kaum eine Branche vereinigt so viele Berufsdisziplinen unter einem Dach wie die Versicherungsindustrie. 2015 beschäftigten die Schweizer Versicherer rund 47'500 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Schweiz sowie weitere 66'000 Personen im Ausland. Zum Vergleich: 266 von der FINMA beaufsichtigte Bankinstitute beschäftigen im Inland rund 103'000 und im Ausland weitere 21'000 Personen. Die Beschäftigtenzahl bei Versicherern in der Schweiz verhielt sich in den letzten drei Jahren recht stabil (-900 Arbeitsplätze; -1.86%). Im gleichen Zeitraum verlor die Schweiz im Bankensektor 2'700 Arbeitsplätze (-2.56%).

Versicherungen – ein verlässlicher Wirtschaftsmotor auch für die Zukunft

Die Schweizer Versicherungswirtschaft ist hervorragend positioniert und auch international stark vernetzt. Sie hat sich in den Finanzmarktkrisen als äusserst stabil erwiesen. In keinem anderen Land der Welt wird ein höherer Betrag für Versicherungsprämien auf inländischen Risiken ausgegeben als in der Schweiz. Zwar sind das Prämienwachstum und die Möglichkeiten zur Erzielung hoher Anlageerträge nicht mehr vergleichbar mit früheren Jahren. Dennoch bleibt die Versicherungsindustrie als Risikoträgerin, Investorin und Kapitalgeberin auch in Zukunft ein wichtiger, ja unverzichtbarer Player für die Schweizer Volkswirtschaft und den internationalen Handel.